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Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Forumtheater nach Augusto Boal (brasilianischer Theatermacher): eine interaktive Theater- und Diskussionform, die als Bestandteil des Theaters der Unterdrückten entstand und von uns in der Haltung des “Theatre for Living” weitergenutzt wird. Forumtheater wird heutzutage weltweit in Bildungsarbeit, politischer Bildung und Bürgerbeteiligung eingesetzt, sowohl in urbanen als auch ländlichen Kontexten. Die Methode eignet sich besonders dort, wo es um alltägliche Konflikte, fehlende Gesprächsräume oder eingeschränkte Teilhabe geht.
Theater bietet etwas, das andere Formate oft nicht leisten können: es spricht nicht nur den Verstand an, sondern auch den Körper. Die bildhafte Sprache ermöglicht, dass alle mitdiskutieren. Emotionen und Beziehungen bekommen einen zentralen Stellenwert. Auf der Bühne werden alltagsweltliche Situationen verdichtet als Geschichten dargestellt. Auf der Bühne gibt es kein richtig oder falsch – es kann ausprobiert werden. Gemeinsam wird lustvoll gescheitert, gemeinsam entstehen neue Ideen.
Im Zentrum stehen Szenen, die Menschen und Konflikte aus dem realen Leben zeigen. Die Zuschauer:innen erleben die Situation zunächst als Beobachtende.
Dann beginnt das „Forum“: Das Publikum wird eingeladen, einzugreifen, einen Vorschlag zu Handlungsänderungen zu machen, in eine Rolle schlüpfen und die eigene Idee auszuprobieren. Gemeinsam wird beobachtet, wie sich die Situation dadurch verändert - und welche Konsequenzen die eigenen Ideen haben. Diese gemeinsame Suche nach Alternativen ist das Herzstück der Methode.
Es geht dabei nicht um die „eine richtige Lösung“, sondern um die Frage:
Was wäre möglich? Und was braucht es, damit sich etwas bewegt?
Boal wollte damit starre Zuschauerrollen aufbrechen und Menschen in die Lage versetzen, Handlungsspielräume auszuprobieren. Aber: Es besteht kein Zwang, sich aktiv einzubringen. Viele Zuschauer:innen profitieren allein durch das Beobachten neuer Perspektiven oder durch den Austausch im Anschluss.
Der/die sogenannte Joker:in – die Moderationsfigur im Forumtheater – spielt dabei eine Schlüsselrolle. Er oder sie verbindet Bühne und Publikum, lädt ein, Fragen zu stellen, Perspektiven einzubringen und aktiv in die Szene einzugreifen. Dadurch entsteht eine Gesprächsatmosphäre, die offen, sicher und zugleich lebendig ist, ein Raum, in dem auch Unsicherheiten, Emotionen und Widersprüche Platz haben.
Forumtheater richtet sich an alle, unabhängig von Vorwissen, Alter, Sprache oder Bildungshintergrund. Es lädt besonders diejenigen ein, die sich bisher nicht angesprochen fühlten oder keine Zugänge zu formalen Beteiligungsformaten hatten.
Gleichzeitig eignet sich die Methode auch für Gruppen oder Einrichtungen, die an konkreten Konflikten arbeiten möchten zum Beispiel in der Mediation, in der Bildungsarbeit oder im Quartiersmanagement.